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WikiTribune-Gründerin Orit Kopel im Interview

Wie der Journalismus mithilfe der Community revolutioniert werden soll? Ein News-Portal in Kooperation mit Nicht-Journalisten soll den Bürgern das Vertrauen in Medien wieder geben. Gemeinsam mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat die Anwältin für Menschenrecht, Orit Kopel, darum WikiTribune ins Leben gerufen. Auf dem scoopcamp 2017 (28. September) will sie das Projekt ausführlich vorstellen. Wir haben vorab mit ihr gesprochen.

Was denkst du, vor welchen Herausforderungen steht der moderne Journalismus heutzutage?

Die Hauptherausforderung ist der Mangel an öffentlichem Vertrauen in die neuen Medien. Die Öffentlichkeit traut dem modernen Journalismus nicht mehr zu, neutrale, zuverlässige und glaubwürdige Informationen zur Verfügung zu stellen. Leute wollen etwas über Fakten lernen, nicht einfach erzählt bekommen, was sie denken sollen. Social Media wurde zu einer alternativen Quelle für Nachrichten und wurde zu einer heftigen Konkurrenz für traditionelle Medien. Die Nachrichten-Welt ist definitiv kaputt und ich glaube, dass WikiTribune – ein hybrides Modell aus professionellem Journalismus und Mitarbeit der Community – die notwendige Evolution ist, die das öffentliche Vertrauen in Journalismus wiederaufbauen wird.

Mit Wikipedia und auch WikiTribune nehmen auch Nicht-Journalisten den symbolischen Stift in die Hand. Was entgegnest du Kritikern, die einen Abfall der journalistischen Qualität befürchten?

Wir haben immer geglaubt, dass Enzyklopädien nur von verifizierten, professionellen Gelehrten geschrieben werden müssen, um zuverlässig und glaubwürdig sein zu können. Wikipedia beweist uns die Kraft der Internet-Gemeinschaft beim Erstellen von glaubwürdigen und umfassenden Informationsquellen. Das gleiche kann nun mit Nachrichten passieren. WikiTribune wird die journalistische Qualität durch die Zusammenarbeit mit der Online-Community mithilfe des Rückgrats der professionellen Journalisten erhöhen.


In Zeiten von Fake News und sogenannten Mainstream-Medien, wirkt es, als hätten die Menschen ein starkes Bedürfnis nach deutlich demokratischerem Journalismus. Sind „Bürgermedien“ die logische Konsequenz daraus?

Bürgermedien sind bereits ein großer Teil der Nachrichten in der Welt. Fast 60 Prozent der Öffentlichkeit konsumieren Nachrichten via Social Media (laut Reuters Digital News Report 2017). Die traditionelle Wahrnehmung, dass nur professionelle Journalisten eine zuverlässige Berichterstattung bieten können, ist im Internet-Zeitalter nicht mehr tragbar. Wir alle haben einen besseren Zugang zu alternativen Informationsquellen und können die Fakten der Nachrichtenmedien anzweifeln. Der traditionelle Journalismus muss sich entwickeln und sich an den neuen Informationsfluss anpassen, der durch die technologischen Veränderungen verursacht wird. Während viele traditionelle Medienhändler versuchen, Bürgerjournalismus zu bekämpfen, arbeitet WikiTribune mit ihm zusammen, um einen besseren Journalismus zu schaffen.

Welche Eigenschaften/Qualitäten muss ein Media Worker heutzutage mitbringen?

Ich glaube, dass jeder Medienmacher nach Glaubwürdigkeit, Neutralität, Qualität streben muss, um die Zeit und die Intelligenz der Leser zu respektieren.

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